Steuergelder für Konzerte von Tokio Hotel und den Toten Hosen

Posted on: Mittwoch, Okt 12, 2011

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Steuergelder

Allein Steuern zahlen zu müssen, schmerzt ausreichend. Wenn dann aber diese geleisteten Steuerzahlungen in fünfstelliger Höhe in die Karrieren deutscher Bands gesteckt werden, stellt sich das Steuersytem selber in Frage. Musikförderung generell ist gut und so wird die Verwendung der Steuergelder ebenfalls genannt. Doch warum gelten etablierte Bands wie Tokio Hotel als förderwürdig, wenn diese doch schon seit Jahren in vielen Ländern Stadien füllen?


Wir gehen gerne arbeiten und wir lieben Musik. Deswegen kaufen wir uns auch gerne die Alben der Produzenten, DJs und Bands, die wir mögen. Nur mit ansehen zu müssen, wie das hart erarbeitete Steuergeld an gemachte Bands geht, die das richtig dicke Geld verdienen, lässt das Wutlevel ansteigen. Die Staatskasse muss gefüllt sein, wir beziehen, je nach Fall, ja auch Leistungen in unserem Sozialstaat. Wofür wir aber so Steuern zahlen, ist dagegen fragwürdig und oft gar nicht transparent genug. Mit unseren hart verdienten Steuerbeiträgen werden auch Bands wie Tokio Hotel oder die Toten Hosen unterstützt und auf Händen zu internationalen Auftritten getragen.
Eine Band, ein Name! Ein Name, eine Stadt. Wenn Bill, Tom und Co. in ihrer Namensgeberstadt auftreten wollen, zahlt die staatliche Musikförderung, also der Bürger, mal eben fast 26.000 Euro an die Teenies. Begründet wird die Förderung damit, dass außenpolitische Erwägungen und auch das Projektvolumen dafür sprechen, so das Auswärtige Amt. Musiker sind sicherlich auch politische Stimmen, nicht erst seit Bono von U2, aber ein politischer Auftritt der Magdeburger Band in Tokio, Japan?
Nach einer weltweiten Tour, tausenden von Groupies und millionen verkauften Tonträgern wird es wohl mal Zeit für seriöse Auftritte durch den Staat.
Ähnlich lief es bei den Toten Hosen, Campino und Co., denn die wurden mit knapp 70.000 Euro für je einen Auftritt in Usbekistan und Kasachstan unterstützt. Beides Bands, die finanziell auf keine Hilfe angewiesen sind, aber es wird sich wohl nie ein Künstler beschweren, wenn seine Gage ein Upgrade erfährt, oder?
Dabei gibt es tausende von Bands und Musiker in Deutschland, die genau dieses Geld in Form einer Förderung sicher nötig hätten.

Doch wie so oft dominiert der Kommerz, es wird ganz klassisch am reinen Erfolg gemessen und durchsichtige Bestimmungen zur Musikförderung gibt es auch nicht wirklich. Was ist die Konsequenz daraus?
Theater, Opernhäuser und Musicals sterben aus und verschwinden aus dem Stadtbild, trotz Fürderungsmöglichkeiten durch das Kultusministerium, durch die Bundesministerin für Wirtschaft, Verteidigung, Familie und Bildung. Sollen wir denn jetzt stolz darauf sein, dass Tokio Hotel und die Toten Hosen unsere Bildungsbeispiele sind, die wir deswegen in ander Länder fliegen?
Aber wer wird da meckern, wenn von insgesamt rund 44.197.000 Euro (in 2010), ein paar Tausender abgedrückt werden?!



Foto: sxc.hu

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In diesem Blog geht es rein um die Musik. Musik in Ton, Wort und Bild. Es geht aber auch darum, was sie schafft, bewegt und möglich macht. Es gibt uns nicht ohne sie, aber es gibt uns in den unterschiedlichsten Verbindungen zu ihr. Welche es alles gibt, erfahrt ihr hier.

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